Aktuelles

© Jupp Ernst

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Erinnern und Zukunft gestalten
Punkt für Punkt, auf ganzer Linie, gegen jeden Flächenbrand

Am 23. Juni 2017 lud die Initiative Stolpersteine Borghorst ein zur Vorstellung des Projektes “Spuren 2017″.
Der Treffpunkt war auf der Anton-Wattendorff-Straße vor den wiederverlegten Stolpersteinen.

“Spuren 2017″ ist eine Installation vor dem Feuerwehrgebäude mit originalen Ziegelsteinen des dort abgerissenen Hauses. Anlass war die Wiederverlegung der sechs Stolpersteine zur Erinnerung an die Familie Heimann.

Eine gepflasterte Linie aus den früher typischen, gelben Borghorster Backsteinen, mit denen auch die Villa Heimann einst erbaut wurde, symbolisiert die Grundstücksgrenze des ehemaligen Heimann-Areals. Die Spur führt dann längs der Anton-Wattendorff-Straße in Richtung Borghorster Bahnhof und weist deutlich auf die neu gestaltete Informationstafel hin, die am Rande der neuen Radstation aufgestellt wurde und das Schicksal der Juden, hier besonders das der Familie Heimann, thematisiert.

Auf dem Programm standen neben der Vorstellung der Installation an der ehemaligen Villa und Vorstellung der Informationstafel folgende Punkte:

  • „Lebenslinien der Familie Heimann“ (Beate Kater)
  • „Erinnern und Zukunft gestalten“ (Bürgermeisterin Bögel-Hoyer)
  • Fotoausstellung im Bahnhofsgebäude (Mechthild Upmann)
  • Grundsatzreferat zum Thema des Tages (Michael Sturm, Villa ten Hompel, Münster)

Den musikalischen Rahmen gestaltete Johanna Bülter.

siehe auch Tagespresse WN 20.6.2017 …

siehe auch Tagespresse WN 25.6.2017…

siehe auch in unserem Archiv: Villa Heimann – mehr als ein Haus aus Steinen


Unsere langjährige Mitkämpferin

Angelika Scho

ist am 7. März 2017 im Alter von 60 Jahren verstorben.
Konsequent und immer konstruktiv hat Angelika Scho uns solidarisch engagiert unterstützt.
Nicht zuletzt durch ihre literarische Arbeit hat Frau Scho unmissverständliche Zeichen gesetzt gegen gesellschaftlich verderbliche Verdrängungsprozesse und für eine naturverträgliche, lebenswerte Zukunft für alle.
Wir vermissen sie schmerzlich.

Beispielhaft für ihr Wirken sei hier ein Gedicht zitiert, das sie eigens zum Konflikt um den Erhalt der Villa Heimann geschrieben hat.

Schönreden hilft nicht
(Kleine Erwiderung zu Nein-Sagern)

Anstandslos
bröckelte von allen Wänden
menschliche Tatenlosigkeit

und in der Tat
fiel unbedacht das Licht durch
Schatten hoch wie Mauern

doch das Haus wartet
wartet auf seine Schlüssel
denn auch vernagelte Türen tragen

ein Schloss

© Angelika Scho 2007

Villa Heimann

Villa Heimann ©Jupp Ernst