Kindertransport

Die Kindertransporte nach Großbritannien retteten damals 10.000 Kindern zwischen 14 und 17 Jahren das Leben.
Großbritannien erließ nach der Pogromnacht ein entsprechendes Gesetz, nachdem sich britische Juden für Verhandlungen eingesetzt hatten. Denn trotz des in Deutschland offensichtlich beginnenden Völkermordes war es schwierig, Deutschland zu verlassen und in andere Länder auszureisen.
Die jüdischen Gemeinden verpflichteten sich zur Stellung einer Garantiesumme von 50 Pfund für jedes Kind. Ein Koffer, eine Tasche, 10 Reichsmark, eine Fotografie durfte mit. Keine Bücher, keine Spielsachen.

Alles musste sehr unspektakulär ablaufen, die Nazis duldeten keine öffentlichkeitswirksamen Abschiedsszenen an Bahnsteigen. Nur bis Kriegsausbruch am 1.September 1939 durften die Kindertransporte durchgeführt werden.
England beabsichtigte mit der vorübergehenden Aufnahme auch, die USA zur Lockerung ihrer Einreisebestimmungen zu veranlassen. Die USA lehnten entsprechende Gesetzesänderungen ab.

Jedoch gab es sehr schnell mehr Flüchtlingskinder, als freundliche Pflegefamilien. Manche Kinder wurden in der Folge als kostenloses Dienstpersonal ausgenutzt, viele in Flüchtlingslagern interniert. Hinzu kam das Leid der Kinder, die überwiegend die Umstände ihrer Deportation nicht kannten oder nicht verstanden und oftmals glaubten, ihre Familie habe sie verstoßen.

Die Situation verschärfte sich mit Kriegsausbruch, manche Flüchtlingskinder wurden in Großbritannien als deutsche Spione verdächtigt. Dennoch entgingen durch diese humanitäre Aktion 10.000 Kinder der weiteren Verfolgung oder dem Tod im Konzentrationslager.

Viele der Kinder erfuhren erst nach Kriegsende die Details ihrer Deportation und des Schicksals ihrer in Deutschland verbliebenen Familie. Kaum jemand fand seine Eltern lebend wieder.